Rundbrief Nr. 27 (April 2006)

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 Liebe Leserinnen und Leser,

wie jedes Jahr zur Kirschblüte eine neue Ausgabe des Lektorenrundbriefs. Das ist durchaus kein Zufall, sondern hängt mit der „saisonalen“ Arbeitsweise der Redaktion zusammen, die die vorlesungsfreie Zeit zu verstärkter Aktivität nutzt. Dieser Jahresrhythmus bedingt, dass wir kaum mehr als drei Ausgaben pro Jahr herausbringen können, zu Beginn des Sommersemesters, des Wintersemesters und zu Weihnachten/Neujahr.

Vielleicht ist dem einen oder der anderen aufgefallen, dass es diesmal wesentlich länger gedauert hat, bis die neue Nummer kam. Das lag nicht etwa an einem Mangel an Artikeln – einige der Beiträge in dieser Ausgabe lagen uns schon lange vor –, sondern daran, dass wir alle im Rahmen des zu Ende gehenden Deutschland-in-Japan-Jahres, durch die Beteiligung an anderweitigen Projekten, durch Stellenwechsel, -suche und desgleichen stärker eingespannt waren als sonst. Hier, besser spät als nie, ist nun, die neueste und entsprechend umfangreiche Ausgabe, mit einer Fülle von Informationen und einem fliegenden Wechsel von einem Großereignis zum nächsten. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!

Eva Ottmer, die die Redaktion verlässt (uns allerdings in Fukuoka erhalten bleibt), danken wir für zwei Jahre konstruktiver Mitarbeit und wünschen ihr viel Glück bei allen neuen Vorhaben.

Die Redaktion

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Artikel

Interuni Umweltseminar in Kosugemura

Die Idee

Uniübergreifende Veranstaltungen zum Thema Umwelt gibt es schon seit einiger Zeit. Die themenzentrierten (contents modular) Seminare am SFC der Keio Universität begannen im Jahre 2001, und kurz danach startete ich mit Frau Prof. Miki Ikoma, die zur selben Zeit vom SFC an die Waseda Universität gewechselt hatte, das Keio-Waseda-Umweltprojekt (Sôkei kankyô project).

Wir besuchten diverse Einrichtungen im Raum Tokio, die mit dem Thema Umwelt zu tun haben, wie z. B. das Regenwassermuseum in Sumida-ku in Tokio. Sehr bald stieß auch Herr Hiroshi Kamiya zu uns, den ich bei meiner Dolmetschertätigkeit im Bereich der Regenwassernutzung kennen gelernt hatte. Er ist Architekt und Dozent an der Hosei Universität, kennt Deutschland sehr gut, ist aber kein Deutschlektor. Er begleitete uns bei vielen Exkursionen und übernahm die fachliche Betreuung.

Aus dieser Konstellation wurde die Idee geboren, ein Fachseminar zum Thema Umwelt in deutscher Sprache zu organisieren, bei dem aber alle Vorträge auch ins Japanische gedolmetscht werden sollten, um StudentInnen aller Niveaus die Teilnahme zu ermöglichen. Uns ging es hierbei besonders darum, eine Alternative zu den vorwiegend in englischer Sprache abgehaltenen Fachseminaren im akademischen Bereich zu bieten und zu zeigen, dass sich für umweltinteressierte StudentInnen das Studium der deutschen Sprache immer noch lohnt!

Die Vorbereitung

Natürlich ist ein solches Vorhaben nicht ohne die Unterstützung von Institutionen wie Goethe-Institut und DAAD zu realisieren. Ich wurde deshalb zunächst beim GI vorstellig, und mir wurde finanzielle Unterstützung und eine Aufnahme ins Programm des Deutschlandjahres zugesichert. Sehr bald schloss sich auch der DAAD an. Dadurch vergrößerte sich unsere Projektgruppe um Herrn Dr. Rainer Buhtz vom GI und Frau Dr. Anne Gellert vom DAAD. Zur selben Zeit kam auch Herr Prof. Goro Kimura, ebenfalls ein ehemaliger SFC-Kollege, in unsere Gruppe, durch ihn erweiterte sich die Gruppe der beteiligten Unis um die Sophia-Universität. Unser Konzept sah weiterhin einen Fachlektor aus Deutschland vor, wir entschieden uns für Professor György Szell von der Universität Osnabrück. Er verfügt über eine langjährige Lehrerfahrung in Japan an der Hitotsubashi Universität und kennt die Mentalität der japanischen StudentInnen. Sein Fachgebiet „Unternehmensverantwortung“ stellte sicher eine Herausforderung dar, die aber von den teilnehmenden StudentInnen gut gemeistert wurde. Im Laufe der Zeit erweiterte sich die Gruppe noch um Frau Minako Iguchi (Waseda), Frau Annette Schörner (Waseda) und um Frau Sonoko Kimura (Tokio Nôkôdai). Hiermit war ein Team von kompetenten LektorInnen komplett, HilfswissenschaftlerInnen wurden an den beteiligten Universitäten rekrutiert.

Nun stellte sich die Frage nach dem Seminarort. Hier landete Herr Kamiya mit seinem ersten Vorschlag einen Volltreffer und ersparte uns weiteres Suchen. Kosugemura in der Präfektur Yamanashi, nicht gar zu weit vom Bahnhof Okutama (der noch zu Tokio gehört) entfernt, begeisterte uns alle vom ersten Besuch an. Die Natur dort steht im scharfen Kontrast zur Metropole Tokio, und die Quelle des Tama-Flusses inspiriert zum Nachdenken über Umweltprobleme, die ja auch oft mit Wasser zu tun haben. Daher auch der von Dr. Buhtz kreierte Titel des Seminars: „Wir sitzen an der Quelle und stillen unseren Wissensdurst!“Dank der guten Verbindungen von Herrn Kamiya zur dortigen Gemeindeverwaltung wurde uns mannigfaltige Unterstützung zugesagt, ohne die das Projekt sicherlich nicht annähernd so gut gelaufen wäre.

Das Seminar

Das Seminar dauerte vier Tage. Am ersten Tag (Do. 22.9) trafen wir uns an der Sophia-Universität in Tokio, es wurden Einführungsvortäge gehalten und die Arbeitsgruppen trafen sich zum ersten Mal. Die Wahl unseres Seminarortes hatte uns mit einem Problem konfrontiert: In Kosugemura würden wir keinen Internetzugang haben, also mussten sämtliche Materialien in Tokio auf die Festplatten der Rechner heruntergeladen werden. Dies hatten allerdings die HilfswissenschaftlerInnen schon vorbereitet, so dass wir an der Sophia diesbezüglich nicht mehr viel machen mussten. Am Freitag trafen wir uns dann um 10 Uhr am Bahnhof von Okutama, und das Abenteuer konnte beginnen!

Auf die Inhalte der Vorträge und Gruppenarbeiten wird an anderer Stelle noch genauer eingegangen. Mich persönlich hat die Freundlichkeit der DorfbewohnerInnen sehr beeindruckt, die viel vom Landleben in Japan und seiner Tradition zu erzählen wussten, und auch für Umfragen neugieriger StudentInnen gerne zur Verfügung standen. Auch die Unterbringung in einem „Hüttendorf“ wurde von allen begeistert angenommen. Besonders das gemeinsame Kochen erwies sich als dem Gemeinschaftsgefühl der Gruppe sehr förderlich. In Anbetracht der geringen Anzahl von Duschgelegenheiten waren sicher alle sehr froh, dass eine heiße Quelle in der Nähe war, die dann auch täglich besucht wurde.

Und wie geht es weiter?

Alle Beteiligten waren sich sicherlich sofort nach Abschluss der Veranstaltung einig, dass dies nicht das letzte Interuni-Umweltseminar gewesen sein sollte. Schon werden Pläne für die Ausgabe 2006 geschmiedet, oder eine ähnliche Veranstaltung in Kansai, oder gar einen Umwelt-Sommerkurs in Deutschland? Wenn die Zusammenarbeit zwischen dem Team und den Institutionen weiterhin so gut funktioniert, sind sicher viele dieser Ideen realisierbar!

Jürgen Wittstock

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Lektorenfachseminar in Naruto

Zum mittlerweile siebten Mal veranstaltete der DAAD sein Lektorenfachseminar, diesmal vom 3.11. bis 6.11. im Deutschen Haus in Naruto auf Shikoku, zum Thema: „Wie konzipiert man eine motivierende Unterrichtseinheit?“ 25 deutsche und 5 japanische Teilnehmer diskutierten über Unterrichtsentwürfe zu geschichtlichen Themen und Fragen der Motivation im Sprachunterricht im weitesten Sinne.

Die eigens für diese Veranstaltung angereiste Professorin Karin Kleppin (Ruhr-Universität Bochum) gab dem Seminar durch tägliche Arbeitsblöcke einen guten Leitfaden, auch wenn schon in der ersten Sitzung klar wurde, dass Motivation ein sehr komplexer, individuell variierender Begriff ist, der nur schwer zu definieren ist. Somit wurde die Motivationsproblematik eigentlich weniger gelöst, als vielmehr bewusst gemacht und die Motivationsforschung in gewisser Weise ad absurdum geführt. Auch Karin Kleppin hätte den Begriff ob seiner Komplexität und Undurchschaubarkeit manchmal am liebsten „weggeschmissen“.

Die zweite Veranstaltungskomponente bildeten Vorträge von fünf japanischen und einem deutschen Professor, die schon an sich, mehr noch aber durch die große Spannweite der Themen, interessant waren. Ein wiederkehrendes Leitmotiv waren hierbei die allgemein rückläufigen Studentenzahlen insbesondere im Fach Deutsch, aber auch in den anderen zweiten Fremdsprachen. Es war sehr informativ zu hören, welche konkreten Strategien an den einzelnen Hochschulen entwickelt wurden und werden, um Studenten wieder zum Erlernen einer zweiten Fremdsprache zu motivieren und somit einen Weg aus der Krise dieser Fachbereiche zu finden.

Den dritten Teil der Veranstaltung bildeten zwei Gruppenarbeitssitzungen, in denen die Unterrichtsentwürfe, die jeder Teilnehmer bereits vor Beginn des Seminars eingereicht hatte, vorgestellt und besprochen wurden. Zuerst geschah dies thematisch geordnet, dann gemischt, was eine wohltuende Alternative zum bloßen Vortragen sämtlicher Unterrichtsentwürfe darstellte. In diesem Zusammenhang wurde zwar der Wunsch nach einer dritten Gruppenarbeitsphase laut, um auch die Entwürfe anderer Teilnehmer diskutieren zu können, sowie vereinzelte Kritik an der einleitenden Aufgabenstellung, die einigen als zu wenig klar und zu wenig vorgearbeitet erschien. Trotzdem war die Gruppenarbeit ein insgesamt gelungener, um nicht zu sagen motivierender Ansatz, greifbare Ergebnisse zu erhalten, und sich von den Unterrichtsideen der Kollegen anregen zu lassen. Und da es wie gesagt kein Patentrezept zur Motivation gibt, sind es genau diese Ergebnisse aus der Gruppenarbeit, die jeder Einzelne in seinem eigenen Unterricht verwenden kann. Die Sammlung der Unterrichtsentwürfe kann also jedem als „Steinbruch“ dienen, um das in diesem Zusammenhang oft zu hörende Stichwort zu verwenden. Hierbei wurde dann teilweise der vorgegebene historische Themenbezug der einzelnen Unterrichtsentwürfe kritisiert und ein konkreterer Ansatz gefordert. Die überarbeiteten Entwürfe sollen gesammelt im Internet veröffentlicht werden, wobei eine weitere Publikation zum Thema Motivation auf der Grundlage des vorliegenden Materials zumindest angedacht wurde.

Der letzte Tag brachte trotz strömendem Regen ein echtes Highlight, denn wir konnten dank der Bemühungen von Matthias Hirschfeld vom Deutschen Haus Naruto die Kulissen eines Films besichtigen, der momentan über die Geschichte des Gefangenenlagers Bandô gedreht wird, mit Bruno Ganz und Matsudeira Ken in den Hauptrollen. Besagter Regen trug auch dazu bei, dass man sich im Schlamm watend die Tristesse eines solchen Lagers plastisch vorstellen konnte.

Unser Dank gilt Karin Kleppin, den Organisatoren Till Weber, Frank Mielke und Stefan Hug, Anne Gellert und mit ihr dem DAAD, sowie Matthias Hirschfeld und dem Deutschen Haus Naruto. Ich für meinen Teil bin zwar ziemlich müde aber „motiviert“ nach Nara zurückgekehrt und freue mich schon auf das nächste DAAD-Lektorenfachseminar.

Die Unterrichtsmaterialien und Protokolle des Lektorenfachseminars werden in Kürze durch ein eigenes Portal über die Lektorenhomepage zur Verfügung stehen.

Stefan Buchenberger  

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Das eJournal im DaF-Unterricht

Dank der Unterstützung des Goethe-Instituts steht seit April 2005 das eJournal „Deutschlandjahr in Japan“ (1) im Internet. Das eJournal dient den unterschiedlichen DaF-Aktivitäten im Deutschlandjahr und darüber hinaus als gemeinsame Plattform. Zudem soll damit das langfristige Interesse an der Arbeit mit den neuen Medien im DaF-Unterricht in Japan gefördert werden.

Das eJournal ist eine interaktive Lernumwelt, die es dem Benutzer erlaubt, Artikel im Internet zu schreiben, zu bearbeiten und sie dann zu veröffentlichen. Tatsächlich funktioniert das eJournal wie eine virtuelle Zeitung, an deren Erstellung verschiedene Redakteure gleichzeitig mitwirken. Jeder Benutzer erhält zum Zugriff auf das eJournal einen Benutzernamen und ein Passwort. Benutzerrechte können vom Hauptredakteur eingeschränkt werden, damit Nebenredakteure lediglich Zugriff auf selbst erstellte Artikel haben, um so das versehentliche Ändern oder Löschen von Artikeln anderer zu vermeiden.

Die Nutzung der diversen Funktionen erfordert zwar Grundkenntnisse im Umgang mit Computern, doch sollten selbst Laien nach kurzer Zeit in der Lage sein, ohne fremde Hilfe mit dem eJournal zu arbeiten. Neben Deutsch, Englisch und Japanisch stehen auch andere Sprachen zur Verfügung. Die Funktionen des eJournals enthalten im Prinzip alle bekannten Möglichkeiten der Arbeit mit dem Internet und entsprechen im Aufbau dem Explorer im Windows-Programm. Im eJournal können Hauptverzeichnisse angelegt, darin wiederum Dateien abgelegt oder verschoben werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, Bild-, Ton- und Videodateien von der lokalen Festplatte in das eJournal hochzuladen und den Artikeln anzufügen. Außerdem können Links zu externen Webseiten angebracht sowie bereits in anderen eJournalen veröffentlichte Artikel erschlossen werden. Für Besucher sind alle veröffentlichten Artikel sichtbar. Für sie besteht die Möglichkeit, einzelne Artikel zu bewerten oder Kommentare zum Inhalt anzufügen. Zusätzlich ist es möglich, für das gesamte eJournal Sternchen (Noten) zur Bewertung zu vergeben.

Das eJournal als interaktive Arbeits- und Lernplattform eignet sich bestens zur Durchführung und Dokumentation von Partnerprojekten (E-Mail-Projekte etc.). An der Keio Universität in Fujisawa wird das eJournal bereits seit längerer Zeit im Rahmen von solchen Projekten eingesetzt (2). Mit den Benutzernamen gast1 (japanische Anzeige) und gast2 (deutsche Anzeige) können die Funktionen des eJournals auf unbestimmte Zeit ohne vorherige Anmeldung getestet werden. Die Passwörter sind entsprechend gast1 und gast2. Auch für die Arbeit an den japanischen Oberschulen ist ein eigenes eJournal (3) online. Darin werden bereits einige Unterrichtsprojekte an verschiedenen Schulen dokumentiert. Selbstverständlich ist auch der Erwerb eines eigenen eJournals möglich. Die Kosten für eine einjährige Lizenz eines eJournals liegen derzeit bei etwa 100 € plus MwSt. pro Stück und Jahr. Bezogen werden können sie direkt von Ilpo Halonen (4).

Mit dem eJournal steht nun eine Plattform im Internet zur Verfügung, über die die DaF-Aktivitäten an den verschiedenen Universitäten vernetzt werden können und sich überdies eine dringend gebotene Außendarstellung betreiben lässt. An der Arbeit mit dem eJournal interessierten Kolleginnen und Kollegen stehe ich gerne jederzeit mit weiteren Auskünften zur Verfügung.  

Webseiten zu diesem Artikel im Internet:
(1) eJournal „Deutschlandjahr in Japan“: http://daf.eduprojects.net/deutschlandjahr
(2) eJournal der Keio Universität (SFC): http://daf.eduprojects.net/daf6/
(3) eJournal der Oberschulen in Japan: http://www.myejournal.net/japan/
(4) Portalseite der eJournale: http://daf.eduprojects.net/  

Markus Grasmück (markus@jg7.so-net.ne.jp)

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Didaktikecke

Gesteuerte Kommunikation: Stäbchen-Fragen

Wie bringt man japanische Studenten zum Sprechen, unabhängig vom Lehrer, aber bezogen auf den Lernstoff? Mit Stäbchen-Fragen! Die im Unterricht eingeführten Fragen, aber auch Vokabeln oder andere Lernschritte werden in großer Schrift auf festeres Papier gedruckt und dann in Streifen geschnitten. Diese Vorbereitung ist sehr zeitaufwändig und kann eventuell durch Beteiligung der Studenten beim Ausschneiden erleichtert werden. Die Stäbchen können immer wieder eingesetzt werden.

Der Kurs wird dann in Gruppen von 3 bis 6 Studenten aufgeteilt, eine Zahl von 4 oder 5 hat sich als effektiv erwiesen. Die Klassengröße spielt bei dieser Übung keine Rolle. Sie ist deshalb auch für große Klassen mit 40-60 Studenten sehr gut geeignet. Jede Gruppe erhält einen Becher voll Stäbchenfragen und arbeitet die Fragen durch, wiederholt damit den Lernstoff, stellt Fragen, muss sie verstehen und darauf antworten. Verständnis- und sonstige Fragen werden von den Kommilitonen oder vom Lehrer jeweils in der Gruppe beantwortet. Die Übung ist besonders gut für Anfänger aber auch für die Mittelstufe (1. bis 3. Studienjahr) geeignet, kann jedoch ebenso in der Oberstufe, z. B. zur Vorbereitung von schwierigeren Texten oder Sachfragen, eingesetzt werden.

Die Mühe mit der Herstellung der Stäbchenfragen lohnt sich auf jeden Fall. Die Gruppen arbeiten im Unterricht autonom, je nach ihrem Können. Das Gespräch der Studenten untereinander über den Lehrstoff hat einen enormen Lerneffekt. Ich setze diese Übung als Einstieg, als Wiederholung und auch für die mündliche Prüfung ein- bis zweimal pro Semester ein.  

Stäbchenfragen auch für die mündliche Prüfung

Die Studenten bekommen am Ende des Semesters die Stäbchenfragen zur Wiederholung des Stoffes, sodass sie mit der Übungsform vertraut sind. Für die mündliche Prüfung variieren die Fragen gegenüber denen der Übung. Die Studenten müssen sich mit Partner (zu zweit oder zu dritt) zur mündlichen Prüfung anmelden. Bei der Prüfung muss jeder Partner zwischen 6 und 10 Stäbchen aus verschiedenen Kategorien (Antworten Sie bitte! Wie heißt die Frage? Lesen Sie bitte die Zahlen! Buchstabieren Sie! Was ist das? (mit Bildmaterial) Wie heißt .... auf ...? je nach Unterrichtsstoff) ziehen, dem Partner die Frage vorlesen, und der Partner antwortet. Das geht dann im Wechsel. Da niemand vorher weiß, welche Frage gezogen wird, ist das Fragenziehen wie eine Lotterie. Die Studenten sind immer sehr gespannt, ob sie die Frage verstehen, ob sie schwierig oder leicht ist, und sind dann ganz erleichtert, wenn sie antworten konnten. Der Lehrer protokolliert lediglich während der Prüfung und greift nur bei groben Missverständnissen ein. Diese Prüfungsform ist für Klassen mit geringer und großer Studentenzahl gleichermaßen geeignet. Sie bedarf zwar der genauen Planung und Vorbereitung, wird aber von allen Beteiligten dann im Ablauf als angenehm empfunden.

Wenn Sie Interesse an der Übung haben, kann ich Ihnen gern meine Listen mit Stäbchenfragen für das 1., 2. 3. und 4. Studienjahr zu verschiedenen Lehrwerken zur Verfügung stellen, wie z. B. Stufen International 1 und 2, Szenen 1 und 2, Farbkasten 1, Alles klar! und andere mehr.

Hier ein Auszug mit Beispielen für Stäbchenfragen, die ich für das 1. Studienjahr im Sommersemester 2005 eingesetzt hatte:

Antworten Sie bitte!

Wie lautet die Frage?

Wie heißt der Gruß usw. auf Deutsch?

Lesen Sie bitte!

Wie heißt ...

Maria Gabriela Schmidt (magasch@sakura.cc.tsukuba.ac.jp)  

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Sprachkönnen und Motivation: Dolmetschunterricht Deutsch – Japanisch

Deutsch als Arbeitssprache für Fortgeschrittene

Als ich den Syllabus für den Fortgeschrittenenkurs erstellen sollte und nach einer etwas ausgefalleneren Idee suchte, um die Motivation zum Deutschlernen ein wenig anzukurbeln, kam mir eine blendende Idee, und die hieß Dolmetschunterricht. Der Realitätsbezug war gegeben, nachdem letztes Semester für die Expo in Aichi 2005 Dolmetscher gesucht worden waren. Zudem waren in diesem Sommersemester mehrere Vorträge in deutscher Sprache von Top-Dolmetschern zum Thema Dolmetschen für das Sprachenpaar Japanisch – Deutsch gehalten worden.

Unterrichtsraum

Der Unterrichtsraum wechselte wöchentlich, eine Woche fand der Unterricht im „normalen“Klassenraum statt, der jedoch die positiv zu vermerkende Unnormalität aufwies, dass die Tische fast quadratisch angeordnet waren. Diese „Quadratur des Kreises“erwies sich übrigens für den Dolmetschunterricht als extrem gut geeignet, da bei Rollenspielen die Sitzanordnung sehr realitätsbezogen war. In der folgenden Woche wechselten wir in einen CALL-Unterrichtsraum, um aktiv und in individuellem Tempo Dolmetschen an von mir erstelltem Material zu üben.

Die Kurszusammensetzung

Alle 10 Teilnehmenden sprachen Japanisch entweder als Muttersprache oder wie ihre Muttersprache. Die Kurszusammensetzung war darüber hinaus nicht homogen. Sowohl Rückkehrer, die als Kind mehrere Jahre im deutschsprachigen Raum gelebt hatten, als auch Studierende, die ausschließlich in Japan Deutsch gelernt hatten, saßen in diesem Kurs bunt gemischt beieinander. Für den Unterricht als solchen erwies sich dies nicht als Hindernis. Bei der Frage jedoch, die ich mir zum Semesterende stellte bzw. stellen musste, wie ich den Beweis, dass die Studierenden im ersten Halbjahr etwas gelernt hatten (Stichwort Test), erbringen lassen sollte, bereitete es mir ein wenig Kopfzerbrechen. Darauf komme ich später zurück.

Die erste Stunde

Kaum hatte ich den Teilnehmenden erklärt, dass wir ein halbes Jahr lang „tsuyaku no renshu“machen würden, flogen mir Frustrationsäußerungen wie „Dekinai!“„Zettai ni dekinai!“„Dekiru wake nai!“um die Ohren. Da ich dies jedoch vorausgesehen hatte, hatte ich als oberstes Unterrichtsziel für die erste Stunde die Wiederherstellung der Motivation anvisiert. Im Klartext heißt dies, den Studenten zunächst den Unterschied zwischen Übersetzen (schriftlich = honyaku) und Dolmetschen (mündlich = tsuyaku) erläutern und ihnen dann ein wenig Dolmetsch-Theorie vermitteln: Wann wird wer wo als Dolmetscher eingesetzt? Wie viel Sprachkönnen wird bei den einzelnen Jobs verlangt? Welche Jobs sind für die Studenten schon jetzt als arubaito interessant, sprich, wie sollten sie ihr derzeitiges Sprachkönnen einschätzen?

Zum Abschluss dieser ersten Stunde sollten sich die Teilnehmenden vorstellen, sie hätten einen Freund oder eine Freundin aus Deutschland zu Besuch und der bzw. die unterhielte sich ein wenig mit ihren japanischen Freunden, könne aber selbst kein Japanisch. In Gruppen wurden solche Gespräche dann erstaunlich selbstverständlich gedolmetscht. Dies war das erste kleine Schlüsselerlebnis. Erkenntniswert: Ich hab`s ja doch gekonnt!

Die folgenden Stunden

Von nun an habe ich in jeder Stunde kleinere Dolmetschaufgaben gegeben, die nicht mit dem Lernziel „perfektes Ergebnis gefragt“ausgegeben wurden, sondern mit dem, die Teilnehmenden an bestimmte Erkenntnisse heranzuführen. Dazu gehörte es herauszufinden, wo jeweils die eigentliche Schwierigkeit bei der Übertragung ins Japanische gelegen hat, wie man sie in Zukunft umgehen kann bzw. wie man trotz der nicht immer zu umgehenden Schwierigkeit eine Leistung erbringen kann, die vom Auftraggeber honoriert wird. Unter dem Aspekt der Motivationssteigerung war dies eine nicht zu unterschätzende Erkenntnis: Trotz gewisser Fehler ist es möglich, eine akzeptable Leistung zu erbringen.

Die ganz besondere Stunde

Etwa für die Mitte des Semesters hatte ich einen kleinen Höhepunkt eingeplant: Eine Deutsche, die unter anderem als Simultandolmetscherin arbeitet, kam in den Unterricht und erzählte freimütig von ihren Erfahrungen und ließ sich ebenso freimütig von den Studierenden zu ihrer Arbeit befragen. Das erwies sich für meinen Unterricht in zweierlei Hinsicht als positiv: Erstens konnte sie den Studenten natürlich noch viel ausführlicher von der Dolmetscharbeit berichten als ich selbst dazu in der Lage wäre. Zweitens erkannten die Studenten dadurch die Realitätsnähe der Unterrichtsinhalte. Als ich schließlich noch mit einem echten Dolmetschauftrag aufwarten konnte, stand für mindestens eine Studentin fest: Ich will das einmal versuchen.

Interesse geweckt

Ein zweiter Höhepunkt ergab sich in der letzten Stunde im CALL-Raum. Die Firma, die die Computeranlagen betreut, hatte unseren Unterricht (nur die Stunden im CALL-Raum) in Absprache passiv mitverfolgt, da eine technisch versierte Betreuerin stets für etwaige Pannen zur Verfügung stehen sollte. Gegen Ende des Semesters trat diese Firma an mich heran und bat um meine Kooperation. Sie seien durch die Betreuerin auf meine besondere Form des Unterrichts aufmerksam geworden und wollten in einer der letzten Stunden gerne den Unterricht als Beispiel dokumentieren. Da die Teilnehmenden ebenfalls einverstanden waren, konnten sie einmal realitätsnah erleben, wie es ist, bei der Arbeit fotografiert und durch Hin- und Herlaufen der Fotografen abgelenkt zu werden. Unverkennbar war das ganz besondere Bemühen aller Teilnehmenden an diesem speziellen Tag, alle zuvor erhaltenen Tipps bei der Umsetzung ihres „Auftrags“zu berücksichtigen.

Leistungsnachweis

Am Ende des Semesters ist üblicherweise ein Leistungsnachweis zu erbringen. Bei Dolmetschunterricht erwartet vielleicht der ein oder die andere, dass dies eine Dolmetschaufgabe sein sollte. Doch, wie erwähnt, war die Kurszusammensetzung in Bezug auf das Sprachkönnen nicht homogen. Und so hatte ich Bedenken, dass ich mit einer solchen Prüfungsaufgabe, die enorm hohe Motivation, die sich während des Semesters in diesem Kurs aufgebaut hatte, mit einer einzigen Stunde zu Semesterende zunichte machen würde. Deshalb beschloss ich, keine praktische Prüfung, die unweigerlich mit Dolmetschkönnen gleichgesetzt worden wäre, anzusetzen, sondern einen schriftlichen Test mit Fragen zur Arbeit eines Dolmetschers zu erstellen. Je nach Fragestellung war die Antwort auf Deutsch Pflicht, bei zwei Fragen habe ich die Option Japanisch zugelassen. Da ich jedoch die Art des Tests rechtzeitig bekannt gegeben hatte, setzten die Teilnehmenden alles daran, die Antworten auf Deutsch zu formulieren.  

Die aus studentischer Sicht wohl wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Deutsch ist eine Arbeitssprache.
  2. Auch schon in relativ frühem Stadium ist es möglich ohne perfekte Sprachkenntnisse mit dieser Sprache arubaito zu machen.
  3. Sprachkönnen perfektionieren bedarf großer Ausdauer über einen langen Zeitraum.

Elke Hayashi, Sophia Universität, Ippan Gaikokugo Kyoiku Center
(Abteilung Fremdsprachenerziehung für Hörer aller Fakultäten)

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Rezensionen

Herr Tsutsumi und die Reize Deutschlands 

Waren Sie im Mai 2005 auf dem DAAD-Lektorentreffen in Tokyo? Dann erinnern Sie sich sicherlich an die lebhafte Diskussion über den Spielfilm zum Thema Lifestyle, der vom DAAD angekündigt und im April auf Fuji-TV gesendet worden war („Doitsu-tsû: Tsutsumi Shin'ichi no Doitu jûyokka-kan no tabi“ [Shin'ichi Tsutsumis 14-tägige Deutschlandreise]).

Alle Teilnehmenden, die ihn gesehen hatten, betonten einstimmig, er sei schlecht gewesen. Nachdem ich später eine Kopie des Films bekam, schloss ich mich dieser Meinung an und klassifizierte ihn als unbrauchbar für den Deutschunterricht.Umso überraschter war ich, als meine japanische Kollegin mir freudestrahlend berichtete, der Film habe ihre Studenten derart motiviert, dass sie unbedingt Tipps brauche, wie sie diese Motivation aufrechterhalten könne. Die anschließende Diskussion zeigte unsere gänzlich unterschiedlichen Perspektiven. Ich blickte mit kritischen deutschen Frauenaugen auf die schlichte Handlung: Der Protagonist Shinichi Tsutsumi, ein bekannter Film- und Fernsehschauspieler, geht widerwillig auf eine Deutschlandreise, muss dabei aber sein negatives Deutschlandbild: „samui, kurai, mazui“ [ kalt, dunkel, miserables Essen] revidieren. In erster Linie besteht der „Film“ aus Werbeblöcken für verschiedene deutsche Städte (Freiburg, Baden-Baden, Berlin) und Produkte (Porsche, Faber-Castell, Leica und deutsche Wurst), die durch eine fadenscheinige Handlung und den Blick auf weibliche Körperteile in Großaufnahme zusammengehalten werden. Ohne dass sich die mysteriöse Besitzerin dieser Körperpartien zu erkennen gibt, dirigiert sie Tsutsumi von Ort zu Ort. In konspirativen Telefonaten mit einem geheimnisvollen Dritten freut die Dame sich darüber, dass Tsutsumi nach und nach der Anziehungskraft Deutschlands erliegt. Schließlich gibt sie sich zu erkennen und erscheint selbst als personifiziertes Symbol dieser Reize: „My name is Germany. Ich wollte Ihnen die schönen Seiten von Deutschland zeigen.“ Und während die Schönste von allen (tatsächlich handelt es sich hier um die Miss Germany 2004, Claudia Hein) ihn zu einem intimen Abendessen in ihre Wohnung führt, richtet sich der Berliner Fernsehturm in all seiner Pracht und Größe (erwartungsvoll?) gen Himmel … Das muss auch den begriffsstutzigsten – und vor allem männlichen (Entschuldigung!) – Zuschauer vom besonderen Sex-Appeal Deutschlands überzeugen.

Ärgerlich ist nicht nur die simple Gleichung „Schöne Frau = schönes Deutschland“ des mit Unterstützung von Deutscher Botschaft und Lufthansa zum Deutschlandjahr hergestellten Films. Lediglich auf einige spektakuläre Highlights konzentriert, die der Moderator (Tsutsumi) laufend in übertriebener Weise kommentiert, wirkt der Film einseitig und oberflächlich. Dass dies nicht nur meine persönliche Sicht ist, scheint auch die Kritik der Lehrenden beim Lektorentreffen zu beweisen. Für meine japanische Kollegin stand eine solche kritische Analyse des Films jedoch nicht im Vordergrund. Vielmehr war sie der Ansicht, dass der Film – ganz anders als die üblichen touristischen Werbefilme für Deutschland – hervorragend auf die Bedürfnisse jüngerer Zuschauer zugeschnitten sei und gerade durch die Beschränkung auf wenige hervorgehobene Aspekte einen guten Eindruck von deutschen Attraktionen vermittle. Die mehrfach wiederholten spektakulären Schlüsselwörter (kanpekisa – Perfektion, tettei shite iru – gründlich, ganko/wagamama – eigensinnig) empfand sie als zutreffende Charakterisierungen.

Zunächst wenig überzeugt, startete ich einen Versuch und zeigte den Film einer Anfängergruppe von Technikstudenten, die seit drei Monaten Deutsch lernte. Ich bereitete sie nicht auf den Inhalt des 70-minütigen Films vor. Stattdessen bekamen die Lernenden eine Karte mit den Umrissen von Deutschland, in die sie die Orte, die Tsutsumi während seiner Reise besuchte, eintragen konnten. (Im Film erscheinen die Stationen seiner Reise ebenfalls auf einer Deutschlandkarte.) Dazu sollten die Studierenden sich Stichpunkte zu dem jeweiligen Reiseziel machen. Zum Ende der Unterrichtseinheit konnten sie auf einem weiteren Blatt ihre Eindrücke auf Japanisch schildern und darüber befinden, ob oder in welcher Weise sich ihr eigenes Deutschlandbild verändert habe. (Frage: Kono eiga ni tai-suru kansô wo kaite-kudasai. Doitsu ni tai-suru kono eiga wo mitara imêji ga nani ka kawari-mashita ka?) Und dann erhielt ich das gleiche Ergebnis wie meine begeisterte Kollegin: Die Studierenden beeindruckten nicht nur die 300 km/h auf dem Porsche-Tacho, mit denen Tsutsumi über die Teststrecke raste. Sie gaben an, dass sie ein eher düsteres Image der eigenwilligen Deutschen hatten, was sich nun aber in Bewunderung für die kompromisslosen Qualitätsansprüche umgekehrt habe. Viele der Studierenden, für die Deutsch Wahlpflichtfach ist, schrieben, dass sie nun ganz bestimmt einmal nach Deutschland fahren wollen.

Ob man einen überwiegend japanischsprachigen Film im Deutschunterricht einsetzen sollte, darüber kann man geteilter Auffassung sein. Doch wäre es unklug, die Mobilisierung einer positiven Einstellung gegenüber Deutschland nicht für den Unterricht zu nutzen. Deshalb habe ich den Film nach dieser ersten Erfahrung didaktisiert und Arbeitsblätter erstellt, die die Lernenden von den Adjektiven, mit denen Tsutsumi Deutschland anfangs belegt, zu einer Reflexion des Filminhalts und seiner stilistischen Elemente führen (Version für Anfänger). Ich hatte bereits drei Mal Gelegenheit, diese Materialien im Unterricht einzusetzen. Bei der Abschlussdiskussion ist in den Anfängergruppen trotz der Arbeitsblätter, die den Blick auch auf die von mir beanstandeten Punkte lenken, die nahezu 100%ige Begeisterung für Deutschland deutlich. Hingegen sind fortgeschrittenere Lerner, besonders wenn sie schon in Deutschland waren, viel kritischer. Hier zielen die Arbeitsblätter auf eine Diskussion über den Film auf Deutsch, bei der die Lernenden ihre Meinung äußern und einige sicherlich auch auf eigene Deutschland-Erfahrungen zurückgreifen können (Version für Fortgeschrittene).* Nicht zuletzt bietet dieser Film Anknüpfungspunkte für einen interkulturellen Austausch von deutschen und japanischen Deutschlehrenden, bei dem beide Seiten ihre Sichtweisen kennen lernen und durch ihre unterschiedlichen Bewertungen voneinander lernen können.

Hier gibt es zwei Arbeitsblätter zu dem Film zum runterladen als PDF-Dokument:

Hinweise für den Unterrichtsverlauf (Anfänger) (96 KB)
Hinweise für den Unterrichtsverlauf (Fortgeschrittene) (136 KB)

Petra Balmus

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„Schritte 1“- Lehrmaterialbesprechung

Vielleicht nicht jedes Jahr, aber doch immer mal wieder stellt sich für uns Deutschlehrkräfte die Frage, welches Lehrmaterial, d. h. meistens Lehrwerk, wir in unserem Unterricht einsetzen sollen. Ohne jetzt die altbekannten Vor- und Nachteile der Verwendung japanischer bzw. deutscher Lehrbücher diskutieren zu wollen, möchte ich in aller Kürze den ersten Band (Niveau A1/1) des 2003 erschienenen Lehrwerks ‚Schritte’ vom Hueber-Verlag vorstellen, mit dem im letzten Jahr an der Universität Matsuyama (Shikoku) recht gute Erfahrungen im Ichinensei-Unterricht gesammelt werden konnten.

Bereits ein erster, nicht unwichtiger Aspekt ist der mit knapp 1600 Yen vergleichsweise günstige Preis – für die Studierenden angesichts ihrer großen finanziellen Anfangsbelastung sicherlich erfreulich. Doch nun zum Konzeptionellen und Inhaltlichen: ‚Schritte’ besteht aus zwei jeweils gleich langen Kurs- und Arbeitsbuchteilen sowie einer graphisch recht knapp gehaltenen vierseitigen Wortliste. Das Kursbuch umfasst sieben Lektionen mit jeweils acht Seiten. Alle Lektionen sind identisch strukturiert: Einer zweiseitigen Fotogeschichte mit entsprechendem Hörtext und Erschließungsaufgaben folgen auf jeweils einer Seite die Teile A bis E mit wiederum je 3 bis 5 Übungen verschiedener Art. Auf der letzten Seite schließlich werden die Lektionsgrammatik sowie wichtige Wörter und Wendungen dargestellt. Das Arbeitsbuch ist analog zu dieser klaren Struktur aufgebaut, enttäuscht allerdings etwas durch eine relativ große Redundanz der Aufgaben – hier hätten die Autoren deutlich mehr Wert auf Variabilität legen können, was nunmehr durch die Lehrkräfte selbst geleistet werden muss. Didaktisch stellt ‚Schritte’ eindeutig die (mündliche) Kommunikation in den Vordergrund, die zur Bewältigung des Lebens in einem deutschsprachigen Umfeld erforderlich ist. Die Inhalte kreisen daher um Themen wie Selbstvorstellung, Familie, Einkauf, Wohnung, Tagesablauf, Wetter, Freizeit usw. Da das Buch für Lernende mit geringen Fremdsprachenlernerfahrungen konzipiert ist, hat es eine erfreulich flache Progression – sicher unter den hiesigen Lehr-/Lernbedingungen ein Vorteil gegenüber vielen anderen zur Auswahl stehenden Lehrwerken aus Deutschland. Dies gilt auch für die Hörtexte, die sich wegen ihrer relativen Kürze und exzellenten Qualität für japanische Anfänger gut eignen.

Die begrenzten Anforderungen zeigen sich im Übrigen ebenfalls beim verwendeten Lernwortschatz, der sich neben vielen anderen Materialien für jede Lektion von der Homepage des Hueber-Verlags herunterladen bzw. ausdrucken lässt. Dort finden sich ebenso wie im Anhang an das Lehrerhandbuch auch Spiele, Tests, Diktate, Lesetexte usw. – die ganze Fülle an Ergänzungsmaterialien, die mittlerweile zu jedem Lehrwerk geliefert wird und die herkömmlichen Einsatzmöglichkeiten meist weit überschreitet.

Insgesamt hat die Arbeit mit ‚Schritte’ Spaß gemacht, auch weil das Buch ansprechend gestaltet ist und einen ‚frischen’ Eindruck macht. Dennoch sollen einige kritische Punkte nicht verschwiegen werden: Neben dem bereits erwähnten Arbeitsteil, der deutlich pfiffiger und lernwirksamer hätte konzipiert werden können, sind explizite landeskundliche Aspekte ebenso selten zu finden wie Informationen und Übungen zu Lerntechniken, die in anderen deutschen Lehrwerken – wenn auch in unterschiedlicher Qualität – mittlerweile üblich sind. Auch die Konzipierung für eine multinationale Lerngruppe mit entsprechenden Übungen – ‚Wie ist das Wetter in Ihrem Land?’ – erfordert punktuell Substituierungen oder Umarbeitungen durch die Lehrkraft. Dieser Nachteil wird jedoch hoffentlich reduziert oder behoben bei einer neuen Version von ‚Schritte’, die unter dem Titel ‚Schritte international’ mit einer weitgehend identischen Struktur ab Anfang dieses Jahres zur Verfügung steht. Auch wenn bisher keine Erfahrungen mit diesem Lehrwerk gemacht werden konnten, so bleibt zu hoffen, dass es die guten Seiten von ‚Schritte’ mit einer Veränderung für Lerngruppen außerhalb des deutschsprachigen Raums kombiniert.

Literatur:

Bezugsmöglichkeiten:

Bezug des Lehrbuchs „Schritte“ ist in Japan z. B. über den Ikubundo-Verlag möglich (Preisangaben nach dem Katalog für das Jahr 2005) oder andere:

Matthias Grünewald / Universität Matsuyama (Shikoku)  

 

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WM in Deutschland: Eine Chance, die wir nutzen sollten!
„ Fußball“-Lehrwerke im DaF-Unterricht

Das Großereignis, die Fußball-WM in Deutschland unter dem Motto „Zu Gast bei Freunden“ wirft auch im Rahmen des DinJJ seine Schatten voraus, etwa durch den auflagenstarken Pass zur FIFA (sic!)–Weltmeisterschaft 2006™ des Goethe-Instituts (GI), der sich unter meinen Studierenden größter Beliebtheit erfreut und sich nebenbei gut für den Einsatz im DaF-Unterricht eignet.

 „Japanische“ DaF-Lehrbücher mit (und ohne) Fußball

Apropos, welche DaF-Lehrbücher mit besonderem Fußballbezug gibt es derzeit auf dem japanischen Markt? Nun, da ist zunächst das vom Kollegen Oliver Mayer im Lektorenrundbrief Nr. 25 rezensierte Tor! Tor! Tor! Sakkaa de manabu doitsugo von Masao Kasuga zu nennen. Der treffende Rezensionstitel Wo „Tor“ draufsteht, muss nicht Fußball drin sein hat offensichtlich sowohl die Autorin als auch den Ikubundo-Verlag nicht ruhen lassen. Sie haben eine gründlich überarbeitete „Erneuerungsversion“ aufgelegt, in der die meisten Defizite der Urfassung korrigiert wurden. Vielleicht sollte Ikubundo Oliver Mayer ein Beratungshonorar zahlen!?

Mario Kumekawas Lehrbuch Ball (2005) täte die Auflage einer solchen „Erneuerungsversion“ auch gut, denn obwohl der Autor ausgewiesener Sport-, insbesondere Fußballexperte ist, gibt es beim genaueren Inspizieren seines Unterrichtswerkes Nachlässigkeiten und teilweise Fehler, z. B. aufgrund englischer Interferenzen. Einige Beispiele:

Trotz der benannten Defizite gehört Ball dennoch zu den eher empfehlenswerten Deutsch-Lehrbüchern aus japanischer Produktion!

Bei Dialog Basisversion (2006) des fünfköpfigen Autorenkollektivs Hiroshi Kondo, Gerlinde Kobayashi, Mayako Niikura, Hiroshi Matsuo und Toshiyiki Oi hatte ich wohl etwas vorschnell vom Umschlagmotiv (dreimal zwei Gegenspieler mit jeweils deutschen (schwarz-rot-gold) bzw. österreichischen Trikots (rot-weiß) und ein „hohes Bein“) auf den Themenschwerpunkt des Lehrbuches geschlossen. Allerdings wurde meine Vorfreude beim Durchblättern jäh enttäuscht, da außer einem einen Fußball jonglierenden Herrn im Anzug mit Aktentasche (S. 7) und einem Infinitivsatz „ein Fußballspiel sehen“ (S. 19) dieser Sport keine weitere Erwähnung findet. Deswegen werde ich Dialog hier nicht besprechen.

Deutschlernen mit Kick (2005): Nur fürs WM-Jahr 2006 oder auch für danach?

Der Langenscheidt-Verlag hatte die großartige Idee, die Begeisterungswelle anlässlich der bevorstehenden Fußball-WM in Deutschland für eigene Verkaufszwecke zu nutzen, und siehe da, das Lernpaket – bestehend aus DVD bzw. VHS-Kassette und Begleitbuch – ist ein durchaus gelungener Lehrmaterialmix. In den „Spielregeln“ zu Beginn des Buches (S. 5) findet die Lehrkraft Tipps zum Einsatz der Videoclips und Kopiervorlagen sowie Hinweise, welche Übungen im Buch Anlass zu weiteren Recherchen geben. Das Begleitbuch bietet acht so genannte „Spieltage“, chronologisch eingeteilt in die Kapitel: 1. Fußball global (fußballgeographische Infos, Fußball als Alltagskultur, globale Bedeutung, WM 2006, Fußball-ABC, Stadt- und Vereinsportrait (VfB) Stuttgart); 2. Fußball, Fans und Leidenschaften (Vereine in NRW, SC Schalke 04-Fanclub, „Toto“); 3. Ausländische Stars in der Bundesliga (Landon Donovan – Bayer Leverkusen, Berufe rund um den Fußball, Steckbrief Sepp Herberger); 4. Die anderen Weltmeister (nicht etwa Brasilien, Italien etc., sondern Frauenfußball!); 5. fD21 (kurz für Fußball Deutschland 21. Jh. = Projekt Jugendfußball, s. auch http://www.fd21.de/1000.asp); 6. Endlich Urlaub!? (Trainingslager des FC Freiburg auf Langeoog); 7. Wunschtraum Profi (Freiburger Fußballschule); 8. Transatlantic Soccer Bridge (Initiative des GI in USA: Fußball und Deutschlernen, s. auch http://www.socceringermany.info/de/index.htlm). Die „Spieltage“ bauen nicht zwingenderweise aufeinander auf, sondern können in loser Folge im Unterricht eingesetzt werden. Die Übungen sind für die Niveaustufen A1 bis B1 konzipiert, der betreffende Schwierigkeitsgrad ist aufsteigend jeweils durch ein bis drei Fußballsymbole gekennzeichnet. Die Übungsformen wechseln wohl dosiert zwischen Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, weiteres Übungsmaterial analog zu den DVD-Sequenzen steht in Form von kopierbaren Arbeitsblättern zur Verfügung. Im Anhang findet sich ein deutsch-englisches „Fußball-ABC“ (S. 61-63), wobei die Verben kursiv hervorgehoben sind, was eine raschere Identifizierung ermöglicht, simpel aber effektiv! Daran schließen sich das Videotranskript (S. 64-69) sowie der Lösungsschlüssel für die Übungen des „1.“ bis „8. Spieltags“ (S. 70-72) an. Die Übungen aus dem Begleitbuch (PDF) bzw. von der DVD (MPEG) können auszugsweise auch unter http://www.langenscheidt.de/deutsch/lehrwerke/daf/mitkick/testit.html aufgerufen werden.

Die DVD bzw. die Videokassette beginnt mit einem Trailer zum Fußball weltweit, u. a. mit einer – ich wage zu behaupten – gut nachgestellten Studioszene in Tokyo, womit doch gleich ein Höchstmaß an Affinität unter unseren japanischen Lernern erzeugt werden dürfte. Im weiteren Verlauf werden Szenen und Interviews (O-Ton bzw. –Bild von Prominenten wie u. a. Schalkes Ex-Trainer Ralf Rangnick, US-Profi Landon Donovan, DFB-Chef Theo Zwanziger, Teamchef Jürgen Klinsmann) präsentiert. Weitere Sequenzen vermitteln Eindrücke aus der internationalen Fußballwelt, führen ein in das Umfeld eines Fußballclubs, zeigen die Spieler und Fans, die Arbeit mit Nachwuchsspielern und gehen der Frage nach, warum Fußball so populär ist.

Alle Materialien sind gut aufbereitet und sprechen nicht ausschließlich passionierte Fußballfans an, sondern ebenso die Zielgruppe solcher Lerner, die sich bislang wenig oder gar nicht für das Spiel mit dem runden Leder begeistern konnten. Das gilt übrigens nicht minder für Lehrkräfte, die aus legitimen Gründen Deutsch lieber „ohne Kick“ unterrichten: Sowohl Video als auch Begleitheft enthalten genügend fußballerisch-interdisziplinäre Transfermöglichkeiten (landeskundliche Informationen, Wirtschaftsfaktoren, Völkerverständigung, Stereotypen etc.), um auch bekennenden Nicht-Fußballern lerneraffine Themen zu bieten. Zusätzlich mag es diesen ein Trost sein, dass die kommende WM ziemlich zeitgleich mit dem Sommersemester 2006 endet. Somit dürfte sich der ggf. ausschließliche Einsatz von Deutschlernen mit Kick im DaF-Unterricht ohnehin erledigt haben – jedenfalls bis 2010 anlässlich der dann in Südafrika auszurichtenden Fußball-WM – eigentlich schade!

Literatur:

Guido Oebel (oebel@cc.saga-u.ac.jp)

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Japan hat mir neue Wege eröffnet“ Besprechung zu Wulf Nolls „Crazy in Japan“  

Hand aufs Herz, würden Sie nicht auch gern etwas über Ihre Erfahrungen hier in Japan schreiben? Einen Erlebnisbericht vielleicht, einen Roman sogar, eine Gedichtesammlung? Einer, der das alles gemacht hat, ist Wulf Noll. Er war zweimal als Lektor in Japan, von 1986 bis 1990 an der Universität Tsukuba und von 1993 bis 1997 an der Universität Okayama. Schon gleich zu Beginn seines ersten Aufenthaltes fing er an, Tagebuch zu führen und seine Eindrücke niederzuschreiben. Daraus wurde „Woanders Pachinko. Ein japanischer Reiseroman“, der kurz nach seinem ersten Aufenthalt 1994 erschien. Er präsentiert darin das gerade Erlebte wie unter einem Vergrößerungsglas. Sein neuestes Werk „Crazy in Japan“ lehnt sich an diesen ¬früheren Roman an: Es beginnt mit der Zeit in Tsukuba, führt dann über Deutschland nach Okayama und hat ebenso autobiographische Züge. Der Protagonist erliegt dem Reiz Japans und einer Japanerin und erlebt das Hin und Her der deutschen und japanischen Welten. Seine Einblicke beschreiben den Alltag von Deutschen, die in Japan Deutsch lehren, Elemente der japanischen Kultur und die Abgründe und Höhen der Liebe und ihre vielfältigen Schattierungen. An manchen Stellen mag dem einen oder der anderen bei der Lektüre ein Schmunzeln über die Lippen huschen, weil die Mitwirkenden hier und da vielleicht noch bekannt sein könnten. Eine Textstelle sei als Beispiel hier ausgewählt, um einen Eindruck vom Duktus zu bekommen:

„In diesen Wochen schwankt der Boden unter mir, ich kaschiere meine Stimmungen – meine Programme laufen weiter, aber ich bin nicht mehr so vergnügt wie sonst – mit Masahiro fahre ich zum Bando-Lager nach Naruto auf Shikoku ... In der Abenddämmerung spazieren wir in Naruto zu einem Schrein, der geheimnisvoll von Steinlaternen beleuchtet wird – in der Anlage thront ein gewaltiger Baum, ein tausendjähriger, von einer Art, die es in Deutschland nicht gibt – es ist ein Baum aus der Heian-Zeit, ein „heiliger“ Baum – ich stelle mir vor, daß unter ihm schon Murasaki und Genji hätten stehen können – der Stamm ist geborsten, besteht aus mehreren Teilen, doch alle Teile sind fest verwurzelt, und der Baum trägt noch im November sein volles Laub – er selbst gilt als Schrein, ist der Wohnsitz eines Gottes oder einer Göttin – einige Leute klatschen vor dem Baum in die Hände (um die Götter auf sich aufmerksam zu machen)...“

Wulf Noll schreibt sehr persönlich, hält aber immer die Waage zwischen dem inneren Erleben und dem äußeren Betrachten, sodass der Leser wie an einem Fenster an der Schnittstelle zwischen dem Innen und dem Außen sitzt, wie ein Voyeur und ein Mitreisender zugleich. Daraus entsteht manchmal eine peinliche Betroffenheit, aber auch ein Sich-Einfühlen-Können in die Atmosphäre. „Crazy in Japan“ verdichtet und akzentuiert das Erlebte aus der zeitlichen Distanz zu Augenblicken, in szenisch rasch abfolgenden Bildern, die Spannung erzeugen. Wulf Noll nennt sein Buch ein „Kopfkissenbuch“, in dem er inspiriert durch Reisende wie Bashô, der ein ganzes Leben auf der Wanderschaft war, „das sich anzueignende Fremde literarisch verarbeitet, um es nicht fremd bleiben zu lassen“. Diese innere Verbundenheit bringt er auch in seinem Büchlein „Momotaro-Straße“ zum Ausdruck. Er hat außerdem einen Gedichtband vorgelegt, „Freundliche Grüße aus dem Yenseits“, in dem er seinen Eindrücken in knappen Worten Gestalt gibt.

Ich habe „Crazy in Japan“ im Zug gelesen und konnte es kaum aus der Hand legen. Wulf Nolls vier auf Japan bezogene Werke sind als Lektüre unbedingt zu empfehlen und bieten durch die kurzen Abschnitte und Gliederungen auch allerlei Gelegenheit für Lektüre im Unterricht. Es wäre zu wünschen, dass noch mehr unter uns auch so produktiv mit den Erfahrungen in der Fremde umgehen könnten.

Die hier besprochenen Bücher von Wulf Noll sind:

Maria Gabriela Schmidt (magasch@sakura.cc.tsukuba.ac.jp)

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Profil

Rudi Henning

Mein Name ist Rudi Henning. Ich habe Japanologie (Sprache und Literatur/ Geistesgeschichte) und Sprachlehrforschung (Schwerpunkte JaF/ DaF) an der Bochumer Ruhr Universität bei Prof. Lewin studiert. Nach Abschluss meines Studiums im April 1987 war ich 18 Jahre am Seminar für Orientalische Sprachen der Universität Bonn als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt, habe aber nebenberuflich auch gedolmetscht (teils simultan) und übersetzt. Ich kenne Japan bereits, seit ich im Winter 1980 erstmals hier war, und habe dieses Land, dessen Sprache ich in Wort und Schrift beherrsche, im Laufe der Jahre immer mehr kennen und lieben gelernt. Persönliche Gründe haben mich nun wieder nach Japan geführt. Der Unterricht in Deutschland hat mir bisher sehr viel Freude gemacht, daher möchte ich auch hier in Japan versuchen, meine bisher erworbenen Erfahrungen im JaF-Unterricht auf vergleichbarem Gebiet einzubringen, diesmal jedoch aus der „entgegengesetzten DaF-Blickrichtung“. Seit Oktober unterrichte ich Deutsch an den Universitäten Atomi Joshi-Daigaku und Musashi-Daigaku sowie am Sprachkolleg „Heidelberg“.

E-Mail: rudihenning0260@yahoo.co.jp

 

Termine und Hinweise

 

Termine 2006

g. V. = geschlossene Veranstaltung
o. V. = offene Veranstaltung
A. e. = Anmeldung erforderlich

2. Juni 10:00. Treffen deutschsprachiger Hochschullehrer Gakushuin Universität, Tokyo A.e.
Info bei Anne Gellert, lekt@daadjp.com 
3. - 4. Juni Frühjahrstagung der Japanischen Gesellschaft für Germanistik (JGG) Gakushuin Universität, Tokyo o.V.
Info unter http://www.jgg.jp/ oder bei Anne Gellert, lekt@daadjp.com 
27. Juni TestDaF-Prüfung Anmeldung von 24.04. bis 30.05.2006 Dokkyo Universität , Tokyo
Info bei Frau Prof. Dr. Angelika Werner, angelika@dokkyo.ac.jp 
28. - 31. August “Kulturwissenschaftliche Germanistik in Asien“ Asiatische Germanistentagung Seoul National University o.V.; A. e.
Info unter: http://asia2006.german.or.kr/ 
14. - 15. Oktober Herbsttagung der Japanischen Gesellschaft für Germanistik (JGG) Kyushu Sangyo Universität, Fukuoka o.V.
Info unter http://www.jgg.jp/oder bei Anne Gellert, lekt@daadjp.com 
14. November TestDaF-Prüfung. Anmeldung von 28.09. bis 10.10.2006 Dokkyo Universität, Tokyo
Info bei Frau Prof. Dr. Angelika Werner, angelika@dokkyo.ac.jp 
14. Dezember Weihnachtskonzert Deutsches Kulturzentrum, Tokyo A. e.
Info bei Frau Shimada, shimada@daadjp.com 

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Stand: 2.5.2006 rd